Schmalspurig nach Todtnau

Artikelnummer: 9783944390123

216 Seiten | Format ca: 21 x 25 cm
Fotos: 97 color & 216 s/w
Erscheinungsjahr: 2019 | gebunden

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Das "Todtnauerli", wie die 1889 eröffnete Zell-Todtnauer Eisenbahn im Volksmund liebevoll auch heißt, verlief von der regelspurigen Wiesentalbahn Basel <> Zell ausgehend hinauf in den Südschwarzwald. Die 18,7 km lange Nebenbahn mit 1.000 mm Spurweite folgte stets dem Flüßchen Wiese und besaß sogar einen Tunnel. Gut 78 Jahre lang war sie für ihre Anwohner, den Fremdenverkehr, den Bergbau, die Land- und die Holzwirtschaft und die zahlreichen Gewerbe- und Industriebetriebe unerläßlich. Als nach dem 2. Weltkrieg der Slogan "Freie Fahrt für freie Bürger" den Straßenverkehr rapide ansteigen ließ, war das Bähnle schlichtweg überflüssig.
Als Teil einer Fernstrecke Basel <> Stuttgart war das Todtnauerli eigentlich gedacht, jedoch lehnte der Badische Staat die Kostenübernahme ab. Erstmals in Baden durften die Initiatoren von der regulären Spurweite abweichen, und das prägte das Dasein der Meterspurbahn zeitlebens. Bis kurz vor dem 2. Weltkrieg sprachen die Talgemeinden immer wieder - allerdings auch stets vergebens - bei der Regierung vor, um eine Umspurung, den Weiterbau nach Freiburg oder Titisee oder sogar eine Übertragung des Bähnle an die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft zu erwirken. Doch schließlich blieb dem Todtnauerli stets der Status einer "Kleinbahn der vergebenen Chancen" erhalten.
Äußerst nachteilig bei der Schmalspur war das aufwendige Umladen der Frachten. Mitte der 20erJahre führte die damalige Betriebsführerin, die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, zwar mit viel Aufwand den Rollwagenbetrieb ein und beschaffte zwei schwere Mallet-Lokomotiven, aber der erhoffte Frachtanstieg blieb aus, zumal viele Kunden ihre Waren mittlerweile auf der Straße transportierten. Im Süden schloß die Bahn an die Normalspur an, aber das obere Wiesental war bereits damals sowohl kulturell als auch wirtschaftlich mehr nach Norden hin orientiert.
1953 ging die Schmalspurbahn ins Landeseigentum sowie ihre Betriebsführung an die Mittelbadische Eisenbahn-Gesellschaft (MEG) über. Die meisten Fahrgäste benutzten die Bahn seinerzeit nur zu ermäßigten Tarifen. Der Kauf einer Diesellok für den Güterverkehr erschien der MEG nicht mehr sinnvoll, derweil wollte sie durch die Inbetriebnahme eines fabrikneuen Dieseltriebwagens den Schienenpersonenverkehr dauerhaft bewahren. Der Bahnbetrieb blieb weiter defizitär und benötigte ständig öffentliche Hilfe. Ende des Jahres 1964 lehnten die Kommunen und die Landesregierung diese allerdings ab, und so beantragte die MEG die Stilllegung. Am 25. September 1966 endete der Schienenpersonenverkehr und am 16. Oktober 1967 verabschiedeten sich die Bewohner des Wiesentals von ihrem Todtnauerli.
Heutzutage erinnert nur noch wenig an die Bahnstrecke, drei Lokomotiven, ein Trieb- und vier Personenwagen sind museal erhalten geblieben.
Tauchen wir doch ein in die Geschichte des Todtnauerli und versetzen wir uns zurück in die Zeit, als es für die Anwohner ein treuer Begleiter war.

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